Noch fühlt es sich für Lukas Herweg alles neu und auch ein wenig aufregend an: Vor exakt 22 Tagen, mit Wirkung ab dem 1. Januar 2026, hat er am Tag unseres Besuches die beiden Edeka FrischeCenter in den Langenfelder Stadtteilen Richrath und Immigrath von seinem Vorgänger, Mentor und Ausbilder Heinz Hövener übernommen. Auch wenn jetzt alles auf ihn in Alleinverantwortung zukommt – Warenversorgung und Warenwirtschaftssystem, Personal, Strom, Internet, Kassensystem, alltägliche Bürokratie – der 29-Jährige strahlt im Gespräch mit NRW handelt rheinische Gelassenheit, Ruhe und Souveränität aus. Wohl auch dank seines Vorgängers, der seine beiden Filialen mit 76 Jahren aus Altersgründen abgegeben hat und auch dank der „Werkzeuge“, die ihm der Edeka-Verbund Rhein-Ruhr mit an die Hand gegeben hat. Herweg: „Das Übergabeprotokoll war sehr hilfreich. Wenn man sich daranhält, liegt man gut auf Kurs.“
Herweg ist nicht nur ein leidenschaftlicher Kaufmann, er kommt auch aus einer Familie, in der Frische und Qualität von Lebensmitteln schon immer einen hohen Stellenwert hatte. So betreibt sein Vater Thomas in Richrath in Sichtweite zum Supermarkt eine beliebte wie angesehene Metzgerei. „Wir lieben Lebensmittel“? Bei Familie Herweg gelebter Alltag, das Gespür für hochwertige Frische-Produkte wurde mit in die Wiege gelegt. Das spürt man, wenn man das Edeka FrischeCenter in Richrath mit seinen knapp 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche betritt: Auffallend die großen Bedien- und Frischetheken für Fleisch und Wurst, perfekt in Szene gesetzt die Präsentation von Obst und Gemüse sowie der Molkereiprodukte. „Wir sind ein nachbarschaftlicher Supermarkt. Das sollen unsere Kundinnen und Kunden bei jedem Einkauf spüren.
Exzellente Frische. Hochwertige Produkte. Persönlicher Service.
Und auch dieser Satz ist Teil der DNA und gelebte Realität: „Unsere Kunden sind unsere wahren Arbeitgeber!“ Diesen Leitsatz seines Vorgängers hat Lukas Herweg aus voller Überzeugung übernommen und um seine eigene Haltung für die beiden Märkte sinnstiftend ergänzt: Offenheit, Nahbarkeit und Qualität sollen das alltägliche Einkaufserlebnis bei Edeka Herweg bestimmen. Exzellente Frische, hochwertige Produkte, persönlicher Service, freundliche Beratung und verlässliche Verfügbarkeit sollen für ein echtes Einkaufserlebnis sorgen. Apropos freundliche Beratung: „Wenn meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lächeln, überträgt sich das natürlich auch auf die Kunden.“ Und weiter: „Wir sind Qualität von morgens früh um 7 Uhr bis abends spät um 21 Uhr.“ Vor allem aber sorgt ein Satz wie dieser für Bodenhaftung und Nähe zur Kundschaft: „Wir sind ein Supermarkt, kein Eventhaus!“
Herweg startete 2015 nach seinem Abitur in die kaufmännische Laufbahn mit einer Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei Heinz Hövener in Wuppertal. Dort durchlief er die klassische Schule des Handels, eben Regale einräumen, Bestände prüfen, die Preise kalkulieren, in Rushhour-Zeiten überall mit anpacken. „Von den Verkäuferinnen wurde ich als Abiturient erst einmal auf links gedreht, lernte dabei aber unglaublich viel über Eigenverantwortung, Disziplin und gerades Stehen.“ Doch der 29-Jährige wollte mehr, ließ sich in einer verkürzten Ausbildung binnen drei Jahren erst zum Kaufmann im Einzelhandel, dann zum Handelsfachwirt ausbilden.
„Wir sind ein Supermarkt, kein Eventhaus!“
Ein anschließendes berufsbegleitendes Bachelorstudium im Handelsmanagement schloss er ebenso erfolgreich ab. Und parallel dazu übernahm Herweg sukzessive immer mehr Verantwortung im Edeka-Markt, erklomm mit Stringenz die Stufen zum Marktleiter. Für Herweg stehen das Team, die Qualität der Produkte und damit die Kundenzufriedenheit im Vordergrund seiner Arbeit, die sich nach dem Rollenwechsel zur Jahreswende eher mit Themen aus dem „Backoffice“ beschäftigen, also mit den kritischen Lenkungspunkten wie beispielsweise Kassen- und Warenwirtschaftssystem oder Rechnungsstellungen. Seine Erfahrung mit Dienstleistern außerhalb des Edeka-Verbundes: „Der Workflow in Deutschland scheint nicht auf Veränderung angelegt.“ Auch das Thema Ausbildung steht auf seiner Agenda: „Wie bei mir selbst wäre es ideal, wenn wir erfolgreich, Eigengewächse‘ produzieren, die später Verantwortung übernehmen wollen.“
Die beiden Edeka FrischeCenter in den Langenfelder Stadtteilen Immigrath und Richrath liegen kaum vier Kilometer voneinander entfernt, sind beides Nachbarschaftsmärkte der klassischen Nahversorgung, unterscheiden sich aber in punkto Größe und Sortiment. In Immigrath stehen auf knapp 1.400 Quadratmetern über 30.000 Artikel zur Auswahl, der Markt im Herzen des Ortskerns von Richrath kommt auf knapp 1.000 Quadratmeter Fläche. Die hohe Qualität beider Märkte hat viele Gründe, einer ist unstrittig ein motiviertes, gut ausgebildetes Team. Herweg, der sich beim Skifahren und den Heimspielen des FC Köln entspannt: „Ich setze auf Wertschätzung im Arbeitsalltag und auf eine Atmosphäre, in der Kundinnen und Kunden wie Nachbarn behandelt werden.“

