Sie ist Konzert-Cellistin, Konzertdramaturgin und Musikmanagerin, er ein renommierter Schlagzeuger, Produzent und Geschäftsführer des Düsseldorfer „Band-House“. Gar nicht so einfach, einen Termin zu finden, an dem das Musiker-Ehepaar Eva-Susanne und Jan Rohlfing, gerade erst mit dem Heimatpreis der Stadt Ratingen ausgezeichnet, Zeit für ein gemeinsames Gespräch im lichtdurchfluteten Fachwerkhaus mit parkähnlichem Grundstück mitten im Ortskern von Ratingen-Lintorf hat. Doch von Termindruck oder Probenstress ist an diesem Mittag nichts zu spüren. Im Gegenteil: Beide begegnen ihrem Gast ungemein warmherzig, wertschätzend und voller Empathie. An ihrem Wohnort haben die beiden Vollblut-Musiker Dreierlei geschaffen: einen wunderbaren, zur Kreativität anregenden Rückzugsort für das Leben auf, vor und hinter der Bühne, einen Arbeitsplatz und Mittelpunkt für die künstlerischen Aktivitäten sowie zweimal im Jahr eine stets ausverkaufte Bühne für das Veranstaltungsformat „U6 Wort Musik Kunst“, bei denen sich namhafte internationale Künstler aus Klassik, Jazz, Musical und Comedy die Klinke in die Hand geben.

Weltkarriere am Schlagzeug

Kennengelernt hat sich das Ehepaar Rohlfing Mitte der 1990er Jahre im Orchestergraben für das Musical „Les Misérables“ in Duisburg. Während Eva-Susanne danach mit einer Partnerin eine Musikagentur gründete, die Musiker an TV-Shows wie „Wetten, dass…?“ oder „Verstehen Sie Spaß?“ vermittelte, zog es Jan von Ratingen über Köln nach New York und Los Angeles und wieder zurück: Als Schlagzeuger hat Rohlfing eine Weltkarriere gemacht, lernte, inspiriert vom Jazzpianisten George Maycock, der ein Freund der Familie war, zunächst bei Herwig Mitteregger (Spliff, Nina Hagen), später u.a. bei Joe Porcaro, Vater des legendären Toto-Drummers Jeff Porcaro. „Die Jahre in New York und Los Angeles waren die wichtigste Zeit für meine berufliche Entwicklung“, erinnert sich der 61-Jährige. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland gründete Rohlfing das renommierte „Drummers Institute“ sowie das Düsseldorfer „Band-House“. Und auch das gehört zu seiner Vita: Über drei Jahrzehnte spielte er in nahezu allen Musicals und Theatershows von Rang und Namen, ob Starlight Express, Cats, Rocky Horror Picture Show, Evita oder Phantom der Oper. Doch es gibt auch eine ernste, nachdenkliche Seite: 2015 erschien als CD sein Projekt „Wort & Musik“ mit Gedichten u.a. von Else Lasker–Schüler, Erich Kästner und Rose Ausländer. Es folgte ein preisgekröntes Hörbuch über die Dichterin Rose Ausländer, für das Rohlfing nicht nur die Musik komponierte, sondern auch für die Dramaturgie und Produktion verantwortlich zeichnete. 2022 veröffentlichte Rohlfing mit „Herbert Rubinstein – Meine vier Leben“ ein weiteres Hörbuch, für das er die Musik komponierte, die Dramaturgie erstellte und das komplette Projekt produzierte.
Der Lohn: eine Auszeichnung der „Süddeutschen Zeitung“ als bestes Hörbuch 2022 sowie die Nominierung für den Deutschen Schallplattenpreis.

Was haben Sie zuletzt wo eingekauft?
Jan Rohlfing: Heute morgen frisches Obst bei Rewe.

Was kaufen Sie bevorzugt online, wo ist der stationäre Handel erste Wahl?
Jan Rohlfing: Weine, frisches Obst und Lebensmittel, insbesondere Fisch, kaufe ich bei meinen Fachhändlern in Ratingen ein. Online lässt sich in meinem Metier, wo es kaum noch stationäre Musik- oder Notenhändler gibt, aber nicht vermeiden.

Was war der letzte echter „Lustkauf“?
Eva-Susanne Rohlfing: Ein Kunstwerk für unseren Garten.

Können Sie sich an Ihr schönstes Einkaufserlebnis erinnern?
Jan Rohlfing: Durch Düsseldorf schlendern und sich vor allem auf das Essen im Restaurant nach dem Einkauf freuen.

Mit wem möchten Sie gerne einen Einkaufsbummel unternehmen?
Eva-Susanne: Ich gehe am liebsten alleine einkaufen. Oder mit unserer Tochter.

Was sind Ihre musikalischen Vorbilder?
Jan Rohlfing: Frank Zappa, Leonard Bernstein, Keith Jarrett, Oscar Peterson, Willow Smith.
Eva Susanne: Ich begeistere mich vor allem für die Klassik. Spannend finde ich aber auch Leprous, eine norwegische Progressive-Band, mit ihrer Evolution der Musikstile.

Ihr aktuelles Projekt?
Beide: Mit Musik Brücken bauen!
Eva-Susanne: Mit meiner jahrzehntelangen Erfahrung als Konzert-Cellistin, Kammermusikerin und Musikvermittlerin möchte ich die künstlerische Ausdruckskraft und Bühnenpräsenz meiner Schülerinnen und Schüler weiterentwickeln. Hinzu kommt die Arbeit als Konzertdramaturgin für das Theater- und Konzertbüro in Mülheim und ein vom Deutschen Bundestag unterstütztes Schul-Projekt „Music unites us“, bei dem meine Expertise gefragt ist.
Jan: Ich bin Geschäftsführer des 2009 von mir gegründeten „Band-House“ in Düsseldorf mit rund 40 Musik-Proberäumen, Musiker-Akademie in den ehemaligen Räumen meines „Drummers Institutes“ sowie professionellem Tonstudio. Aktuell kümmere ich mich um mein aktuelles Hörbuch „Menschenbilder. Wider das Vergessen“, eine Spurensuche über Otto Pankok.

Was ist Ihre musikalische DNA?
Jan: Ganz klar der Jazz mit all seinen Farben und Improvisationen. Und Weltmusik.
Eva-Susanne: Ich bin in der Klassik zu Hause, insbesondere im Barock und in der Romantik.

„Die Bühne war immer da!“

Was war Ihr erster Berufswunsch als Kind?
Eva-Susanne: Goldschmiedin, bildende Künstlerin.
Jan: Artist oder Zauberer – die Bühne war immer da.

Wenn Sie für einen Tag einen anderen Job machen könnten, welcher wäre das?
Eva-Susanne: Den E-Bass in einer coolen Band spielen. Oder Filme für das ARD-Kulturmagazin „ttt – titel thesen temperamente“ machen.
Jan: Das, was Sie machen – also Journalist. Um neugierig Fragen zu stellen und daraus zu lernen.

Der Held/die Heldin Ihrer Kindheit?
Eva-Susanne: Winnetou.
Jan: Pan Tau und der Dalai-Lama.

Und heute?
Beide zeitgleich: Wolodymyr Selenskyj.

Am liebsten esse ich?
Jan: Ich koche leidenschaftlich gerne mit hochwertigen Zutaten, insbesondere Fisch und indische Curries.
Eva-Susanne: Dank meines Mannes hat mein Leben kulinarisch ein echtes Upgrade erhalten.

Welche drei Dinge dürfen nicht in Ihrem Kühlschrank fehlen?
Eva-Susanne: Äpfel, Milch und Frischkäse.
Jan: Obst, Milch und ein guter Weißwein.

Ihr größtes Laster?
Eva-Susanne: Schokolade.
Jan: Ein Glas Wein.

Welche Freiheit nehmen Sie sich?
Eva-Susanne: Mein Leben genau so zu gestalten, wie ich es möchte und wie es zu mir passt.
Jan: Bei einem Projekt auch mal „nein“ sagen zu können, wenn ich es nicht umsetzen möchte.

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