Der stationäre Einzelhandel steht vor der Herausforderung, digital präsent zu sein, ohne seine Identität vor Ort zu verlieren. Gerade inhabergeführte Fachgeschäfte müssen sorgfältig abwägen, welche digitalen Maßnahmen sinnvoll sind und echten Mehrwert schaffen. Sichtbarkeit, Auffindbarkeit und eine klare Positionierung werden dabei zunehmend zu Schlüsselfaktoren. Wie das in der Praxis funktionieren kann, schildere ich aus meiner Perspektive als Inhaber von „SchuhWieDu-Das Kinderschuhfachgeschäft“ in Hennef.  Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung Ende 2025 den Digitaltag des Einzelhandelsverbandes, der in Kooperation mit der Werbegemeinschaft Hennef in der Denkschmiede durchgeführt wurde – bot der Handelsverband NRW interessierten Teilnehmern ein vertiefendes 1-zu-1-Digitalcoachingan. Ich habe mich für dieses Format angemeldet, um mein Unternehmen gemeinsam mit Digitalcoach Jannis Raeschke gezielt unter die Lupe zu nehmen. Das Coaching fand per Videokonferenz statt. Raeschke war hervorragend vorbereitet und hatte bereits im Vorfeld einen Digital-Check meines Unternehmens vorgenommen. Im Mittelpunkt standen die digitale Auffindbarkeit, mein Google-Unternehmensprofil so-wie der professionelle Einsatz von Social Media. Besonders wertvoll war für mich der praxisnahe Einstieg in das Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO).

„Wer sich hier nicht beraten lässt, ist selbst schuld.“

Ich hatte zuvor noch nie bewusst mit SEO gearbeitet. Durch konkrete Beispiele habe ich schnell verstanden, welche Stellschrauben es gibt: von der Keyword-Auswahl über die Optimierung des Google-Profils bis hin zur Bedeutung aktueller Fotos und deren Einfluss auf den Google-Algorithmus. Die klaren Handlungsempfehlungen haben mir geholfen, mein eigenes Online-Auftreten kritisch zu überprüfen und gezielt zu verbessern. Aufgrund der positiven Ergebnisse ist bereits eine weitere Vertiefung der Themen geplant. Ich bin begeistert von diesem kostenlosen Angebot, das durch Fördermittel des Landes ermöglicht wurde: Wer sich hier nicht beraten lässt, ist selbst schuld. Ich betreibe seit 2011 klassischen Einzelhandel, der für individuelle Beratung, Qualität und hohe Fachkompetenz steht. Bewusst habe ich mich gegen ein zweites Standbein im Onlinehandel entschieden. Uns ist es wichtig, vor Ort einen Top-Job abzuliefern und unsere gesamte Energie in das Geschäft zu stecken. Sich mit großen Plattformen ins Haifischbecken zu begeben, ergibt für mich wenig Sinn. Wir möchten viel-mehr das enorme Potenzial unserer Branche hier vor Ort ausschöpfen. Das gelingt nur mit einem klaren Fokus: stationärer Einzelhandel nah am Kunden. Die Zusammenarbeit mit den Digitalcoaches sehe ich als wichtigen Beitrag, um den stationären Handel nachhaltig und zukunftsfähig aufzustellen.

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