Zugegeben, der Einzelhandel in der Innenstadt von Solingen hat schon bessere Zeiten erlebt. Leerstände, in die Jahre gekommene Fassaden, zudem „Angstorte“ wie der Neumarkt, der Fronhof (der Platz, an dem im August 2024 drei Menschen durch einen Messeranschlag starben) oder die Konrad-Adenauer-Straße, die sich als B224 wie eine Schneise durch die Innenstadt fräst, sind einer erfolgreichen Visitor Journey eher abträglich. Vom Wohl und Wehe dieser meist befahrensten Straße in Solingen wissen auch Ralf und Simon Kohns zu berichten, die den Elektromarkt „Expert Schultes“ in der dritten (Ralf) und vierten (Simon) Generation führen. Nach dem Anschlag sei die Kundenfrequenz in der Stadt zurückgegangen. Was die beiden beim Besuch von NRW handelt, noch hinter vorgehaltener Hand erzählen, wird 48 Stunden später offiziell: Eine vom neuen Solinger Oberbürgermeister Daniel Flemm vorgelegte Studie belegt das geringe Sicherheitsgefühl der Einwohner. Vor allem bei Nacht fühlen sich die Einwohner der Klingenstadt unsicher. Die Stadt selbst spricht von „Angstorten“. „Wir haben Zeitdruck. Und wir haben strukturelle Probleme“, wird der Solinger OB im WDR zitiert. Rund ein Drittel der Bevölkerung sei in der Innenstadt auf Sozialhilfen angewiesen.
Beratungskompetenz & Service
Dennoch: Für Ralf und Simon Kohns ist es beschlossene Sache, dass Simon das Geschäft mit seinen 810 Quadratmetern Verkaufsfläche im Laufe des Jahres 2027 von seinem Vater Ralf übernehmen wird. Der 33-Jährige, der mit seiner Familie in unmittelbarer Nähe zum expert Fachmarkt wohnt, hat Verkehrsingenieurswesen nebenan in Wuppertal studiert, ist aber bereits seit acht Jahren im Unternehmen dabei, davon seit vier Jahren als Mit-Geschäftsführer. Expert Schultes ist im bergischen Städtedreieck Remscheid – Wuppertal – Solingen das (sieht man von MediaMarkt Saturn ab), was man einen Platzhirsch nennt. Ein hochwertiges Sortiment aus der Welt der Unterhaltungselektronik und der Haushaltsgeräte trifft auf exzellente Beratung. „Der Laden macht einen wirklich starken Eindruck. Das gesamte Team ist super freundlich, aufmerksam und immer hilfsbereit, sodass man sich direkt gut aufgehoben fühlt“, lesen wir in den Social-Media-Kanälen. Ein weiterer Kunde schreibt: „Die Beratung war absolut professionell, zielführend und mehr als freundlich. Auch die Anlieferung und Montage verlief reibungslos, pünktlich und zu meiner vollsten Zufriedenheit. Ein ganz großes Lob an das gesamte Schultes-Team.“
Was uns neben der modernen TV- und HiFi-Abteilung sowie stylisch inszenierten Hausgeräten vom Backofen über den Kaffee-Vollautomaten bis hin zur Waschmaschine angenehm überraschte: Ein eigenes Kunden-Parkhaus unter dem Fachmarkt führt direkt zum POS und auf die Verkaufsfläche von Expert Schultes, das jüngst seinen 75. Geburtstag feierte. Eine perfekte Customer Journey! Ralf Kohns bringt die DNA des Unternehmens auf den Punkt: „Eine Top-Auswahl, ein hohes Maß an Beratungskompetenz und Service sind unsere Stärken. Wir sind zuverlässig, modern und persönlich. Die Kundenzufriedenheit ist unser Ziel. Neben großer Markenauswahl und innovativen Produkte offerieren wir ein Premium-Sortiment.“ Simon Kohns ergänzt: „Wir sind nahbar, das unterscheidet uns von den Onlinern.“
Den Einstieg ins Unternehmen erleichtern
Der Roadmap der Unternehmensübergabe ist aktiviert. Mit den Banken sind Vater und Sohn im Gespräch, das Netzwerk wird informiert (Ralf Kohns: „Weiß das Netzwerk aus Kunden und Industriepartnern nicht Bescheid, kann es schnell zu einem Umsatzverlust kommen. Auch so manche Kunden wollen regelrecht übergeben werden.“). Zudem reduziert Ralf Kohns sein Arbeitspensum Jahr für Jahr um einen Tag. Nicht zu vergessen der Erfahrungsschatz der Verbundgruppe Expert aus Langenhagen (bei Hannover) mit ihrem Programm „Next Generation“, dass die nächste Generation der Expert-Gesellschafter auf die Übernahme vorbereitet und die Möglichkeit des Austausches untereinander fördert. Denn ist eine Nachfolgeregelung getroffen, geht es darum, dem angehenden Gesellschafter den Einstieg in das Unternehmen zu erleichtern und ihm die Vorzüge des Netzwerkes der Verbundgruppe aufzuzeigen. Dafür ist beispielsweise das Thema Selbstreflexion eine wichtige Grundlage: Welche Erwartungen habe ich an mich und das Unternehmen? Welches sind meine Stärken und Schwächen? Welche Werte sind für mich wichtig, wie gehe ich persönlich damit um? „Ich habe da einen tiefen Einblick bekommen, der weit über das Marktleiter-Niveau hinausgeht“, so Simon Kohns

