Die Landesdelegiertenversammlung ist eines der zentralen Organe des Handelsverbandes NRW. Sie setzt sich u.a. aus dem Präsidium des Handelsverbandes NRW; den Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Regionalverbände sowie den Delegierten der Regionalverbände zusammen. Die Landesdelegierten repräsentieren damit den Einzelhandel in NRW in seiner kompletten Bandbreite. Die Landesdelegiertenversammlung kommt jährlich zur Jahreshauptversammlung und bei Bedarf zusammen. Die Landesdelegierten beraten und beschließen u.a. über die Wahl des Präsidiums. Sie treffen in ihren Versammlungen aber auch richtungsweisende Entscheidungen für die Interessenvertretung des Einzelhandels durch den Handelsverband NRW und die angeschlossenen Regionalverbände.

Mehr Informationen zur Landesdelegiertenversammlung:

Die Struktur der Einzelhandelsorganisation: Landes-, Regional- und Bundesfachverbände

Ansprechpartner vor Ort: Liste der Regionalverbände in Nordrhein-Westfalen

Die Landesdelegiertenversammlung 2022 fand am 13. September 2022 statt.

Herausfordernde Zeiten für den Handel

Auf der Landesdelegiertenversammlung des Handelsverbandes NRW drehten sich die Diskussionen nicht nur um Corona-Folgen und Energiekrise. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur zeigte ein offenes Ohr für die Sorgen und Fragen der Händler.

Am Dienstag kamen im Düsseldorfer Haus des Handels zahlreiche Händlerinnen und Händler zur Landesdelegiertenversammlung des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen (HV NRW) zusammen. Als Gastrednerin war NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur eingeladen.

Einen Schwerpunkt der Diskussionen bildeten die Auswirkungen der Energiekrise auf den Einzelhandel. Deutlich geschwächt kommen viele Handelsbranchen aus den letzten beiden Pandemiejahren und stehen nun vor rasant steigenden Energiekosten bei zunehmend schlechter Konsumstimmung.
HV NRW-Präsident Michael Radau und Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Achten berichteten von der aktuellen Lage im Handel in NRW und stellten aktuelle Umfrageergebnisse vor. Radau: „Wir sind in herausfordernden Zeiten!“ Gut die Hälfte der Händler (57%) berichtet laut Umfrage über eine deutlich geringere (39%) oder gar drastisch geringere (18%) Kundenfrequenz bei gleichzeitiger Strompreiserhöhung von durchschnittlich 87% und Wärmeenergiepreiserhöhung von 99%. „Das bedeutet, dass mitunter kerngesunde Unternehmen in eine Schieflage geraten, aus der sie alleine nicht mehr herauskommen!“, erläutert Achten. Und da kämen die aktuelle Kaufzurückhaltung und weitere Faktoren wie teurere Logistik etc. noch oben drauf.

Energiesparmaßnahmen und Plakat-Aktion begeistern Ministerin Neubaur

Die Aktivität der Energiesparmaßnahmen im Handel ist indes enorm. Laut Umfrage planen vier von fünf (82%) Unternehmen individuelle Schritte zur Einsparung, jedes vierte beteiligt sich an gemeinschaftlichen Maßnahmen. Die Bandbreite reicht von kürzeren Beleuchtungs- oder sogar Öffnungszeiten über reduzierte Raumtemperaturen bis hin zur Stilllegung von Rolltreppen.

Passend zu diesem aktuellen Thema hielt Patrick Schütz von der Klimaschutzoffensive des Handels den Impulsvortrag „Jetzt Einsparpotenziale heben – die Angebote der Klimaschutzoffensive“. Der Handelsverband NRW hatte jüngst eine Plakat-Aktion für den Einzelhandel gestartet, mit der Kunden auf die Energiesparmaßnahmen der Unternehmen aufmerksam gemacht werden sollen. Die Aktion wurde weit im Voraus der Verordnung EnSikuMav geplant. Ministerin Neubaur zeigte sich begeistert von der Aktion und dem Engagement der Händler in diesen schweren Zeiten.

„Wir wollen den Handel weiter stärken!“

Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen: „Ich habe großen Respekt davor, wie engagiert und bereitwillig die Händler dazu beitragen wollen, Energiesparmaßnahmen umzusetzen und mit einer eigenen Kampagne auf Einsparpotenziale aufmerksam zu machen. Nur gemeinsam können wir die aktuellen Herausforderungen bewältigen. Gleichzeitig wollen wir den Handel weiter stärken, mit zielgenauen Programmen unterstützen und mit Rat und Tat zur Seite stehen.“ Und auch wenn es nicht im Titel des Ministeriums stehe, so sei sie auch Handelsministerin.
Das griffen die Anwesenden gerne auf und trugen ihre Sorgen vor. Von der Bitte um Augenmaß der Ordnungsämter in Sachen Umsetzung des EnSikuMav, großen Hemmnissen im Baurecht und dem Thema verkaufsoffene Sonntage stellte sich die Ministerin den Fragen aus dem Plenum.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Gerne stehen wir Ihnen für Hintergrund- und Expertengespräche zur Verfügung. Rufen Sie uns einfach an: 0211/49 80 625 oder mailen Sie uns Ihre Fragen: peretzke[at]hv-nrw.de

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Impressionen des Tages

+++ Es muss Weihnachtsmärkte geben, es muss ein Leben in der Innenstadt geben! // Die Menschen wollen wieder raus, wollen wieder etwas kaufen! +++

Schwerpunktthemen der diesjährigen Landesdelegiertenversammlung des Handelsverbandes NRW waren u.a. die aktuelle Lage des Handels und die Tarifverhandlungen mit Verdi. Gastredner Wirtschaftsminister Pinkwart lobte den Mut und die Kreativität der Händler in dieser schwierigen Zeit sowie die gute Zusammenarbeit mit dem Verband.

Nach einer herzlichen Begrüßung startet Handelsverband-Präsident Michael Radau direkt mit der aktuellen Lage im NRW-Handel. In der Pandemie hätte sich der Dialog mit der Politik verbessert. Es entstand der Eindruck, dass viele Zusammenhänge bis dato nicht klar waren, bspw. wie der Zusammenhang zwischen Handel und Lieferkette genau funktioniert. Und auch der Handel sei spürbar zusammengerückt. „Aber auch wenn die Pandemie im kommenden Jahr noch etwas weiter hinter uns liegt, werden die Herausforderungen für den Handel nicht weniger.“ Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Achten ergänzte Radaus Bericht zur Lage mit einer kurzen Chronologie der Coronakrise und der Auswirkungen für den Handel: Massive Umsatzeinbrüche zum Weihnachtsgeschäft und auch danach, die Sortimente seien dabei unterschiedliche stark betroffen gewesen. Positiv sei hervorzuheben, dass die Beschäftigung im Handel weit weniger abgebaut wurde, als es die Umsatzsituation hätte erwarten lassen. Besonders stark betroffen sei der innerstädtische Handel und „Das sollte uns Sorgen machen, auch hinsichtlich weiterer Themen wie Verkehr, Infrastruktur etc. Das Thema Ladenöffnung bspw. sei derzeit ein absolutes Tabuthema an das sich keiner heranwagt.“ Auf letzteres sollte auch Herr Minister Pinkwart, der an diesem Nachmittag als Gastredner eingeladen war, nur sehr kurz eingehen.

Während einiger Ergänzungswahlen übernahm Christopher Ranft, Vorsitzender des Sozialpolitischen Beirats, den Bericht über die in diesem Jahr außerordentlich herausfordernden Tarifverhandlungen mit Verdi. Als besondere Herausforderung stellten sich natürlich die Nachwirkungen der Corona-Maßnahmen heraus, die eine extreme Spaltung des Handels zur Folge hätten. Die wirtschaftliche Betroffenheit durch die Maßnahmen sei sehr unterschiedlich und die Verhandlungen würden für alle Teile des Handels geführt. Dabei wollte man allen Unternehmen gerecht werden, alle Interessen vertreten. Daher lautete der Arbeitgeberansatz in diesem Jahr: zweiteilig nach Betroffenheit vorzugehen. Nach den zähen ersten Verhandlungsmonaten hätte es dann die Empfehlung einer Vorweganhebung gegeben. Arbeitgeber sind mit Zahlen, Fakten, Umfragen usw. in die Verhandlungen gegangen, hätten die Situation deutlich geschildert und die anwesenden Textiler erzählten live von ihrer Situation, aber der Verhandlungspartner hätte das negiert, betroffene Unternehmen ausgeblendet. Das habe es für die Arbeitgeberseite noch schwieriger gemacht. „Wir haben Brücken gebaut und Ideen entwickelt, aber Gegenseite hat völlig abgeriegelt, daher wurden die Verhandlungen abgebrochen.“ Mit dem nun abgeschlossenen Tarifvertrag sei man in keiner Weise zufrieden, aber es hätte sich als leider alternativlos gezeigt.

Nach dem ernüchternden Bericht von Herrn Ranft, der im Plenum zum Teil für Fassungslosigkeit zeigte, konnte Dr. Achten vor der Rede von Minister Pinkwart aber noch einmal über etwas Positives berichten: Nämlich über das Erfolgsprojekt Digitalcoaches. Mit Hilfe der Coaches konnte bereits zahlreichen Händlern geholfen werden: Es wurden inzwischen über 1000 Händler und Dienstleister betreut, über 100 Veranstaltungen durchgeführt uvm. wie bspw. zahlreiche Video- und Podcastbeiträge erstellt. Auch Minister Pinkwart lobte das Projekt Digitalcoaches als „richtigen Vorschlag zur richtigen Zeit“, der half die „schwierige Phase der Pandemie vielleicht etwas besser zu überstehen“. Überhaupt hätten viele Händler Chancen genutzt und den Kopf nicht in den Sand gesteckt. „Faszinierend was sich die Preisträger [des Wettbewerbs Helden des Handels] haben einfallen lassen und wie stolz sie darauf waren.“ Auch die Digitalgutscheine sind ein großer Erfolg. Doch das Land NRW sei groß und hier sei sicher noch Bedarf – hier soll noch etwas getan werden. In Sachen Innenstadt müsse man über Innovation und über Wachstum reden und nicht über Rückbau, sondern über Zukunftsfähigkeit. Soziales Miteinander sei wichtig: „Wir sind soziale Wesen und Treffpunkte sind wichtig.“ Die Digitalisierung könne hier einen Mehrwert bieten: „Das stationäre Geschäft für die Mitarbeiter, für das Unternehmen und auch für Kunden durch Digitalisierung aufwerten.“ Digitalaffine Kunden würden dann den Handel auch ernster nehmen, wenn sie merkten, dass man sich auf Augenhöhe treffe.

+++ Wirtschaftliche Lage der Branche bleibt zwiespältig +++ Neue Präsidiumsmitglieder gewählt +++

Im Präsidium des Handelsverbandes gibt es einige neue Gesichter: Christina Barton-van Dorp (Wilhelm van Dorp KG, Bonn) und Silvia Walzer (Walzer GmbH, Duisburg) wurden erstmalig in das Gremium gewählt als Nachrücker für die ausgeschiedenen Präsidiumsmitglieder Jannis Vassiliou und Alfred Walzer. Zum ersten Vizepräsidenten wurde aus dem Kreise der bisherigen Präsidiumsmitglieder Uwe Gunkel (Elektro Gunkel KG, Düren) gewählt. Er folgt im Amt auf Dr. Ines Knauber-Daubenbüchel, die aus dem Präsidium ausgeschieden ist. Eine Ergänzungswahl gab es auch zum Sozialpolitischen Beirat: Christoph Ranft (REWE Group, Köln) verstärkt die NRW-Tarifkommission.

Präsident Michael Radau begrüßte die Delegierten am 23. September 2020 im großen Veranstaltungssaal im Düsseldorfer Haus des Handels. Aufgrund der Corona-Maßnahmen war nur eine eingeschränkte Zahl an Delegierten vor Ort. Um allen Interessierten die Möglichkeit der Teilnahme zu geben, wurde die gesamte Tagung per Livestream übertragen und es konnte über den Chat auch mit Fragen und Wortmeldungen partizipiert werden. Das Angebot wurde sehr gut angenommen.

Einen Schwerpunkt der Themen des Tages machte die aktuelle Lage des Einzelhandels aus. Der Handelsverband Deutschland HDE konnte jüngst einen positiven Trend verkünden, aber, so Radau: „Die Lage im Handel muss differenziert erklärt werden. Man muss genau hinsehen, woher diese Zahlen kommen.“ Dr. Peter Achten, Hauptgeschäftsführer Handelsverband NRW, ergänzt: „Wir haben ein absolut zweigeteiltes Bild!“ Es gebe Unternehmen, die großartig durch die Krise kämen, andere verharrten aber weiterhin bei 20 bis 40 Prozent des Umsatzes des Vorjahreszeitraums. „Schaut man näher hin sind es vor allem innenstadtrelevante Branchen, die schlecht dastehen, wie beispielsweise Bekleidung und Schuhe.“ Der Handel brauche dringend Unterstützung: Weitere Konsumimpulse für die Binnennachfrage, Nachbesserungen bei der Überbrückungshilfe für Unternehmen und die Möglichkeit zur Nachholung der ausgefallenen verkaufsoffenen Sonntage wurden exemplarisch diskutiert. Auf absolutes Unverständnis bei den Delegierten stoßen nach wie vor die durch ver.di initiierten Klagen gegen die verkaufsoffenen Sonntage. „Niemand will jeden Sonntag öffnen, dass aber eine Gewerkschaft auf der einen Seite publikumswirksam Schließungen von Warenhäuser infolge wegbrechender Umsätze beklagt und gleichzeitig das Nachholen von Umsätzen durch verkaufsoffene Sonntage gerichtlich unterbinden lässt, ist absolut nicht nachvollziehbar“, fasst Präsident Radau den Unmut des Einzelhandels in Worte.

Ein Erfolgsprojekt, dass gerade auch durch Corona noch einmal deutlich hervortritt und stark nachgefragt wird, sind die NRW-Digitalcoaches. Etwa 600 Beratungsgespräche, 50 Veranstaltungen (zumeist online), 40 Vorträge und Präsentationen auf externen Veranstaltungen sowie zahlreiche Veröffentlichungen vornehmlich auf den digitalen Kanälen, fasst Achten zusammen. In enger Zusammenarbeit mit dem Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum sowie weiteren Partnern erregen die vier Coaches so bundesweite Aufmerksamkeit und stehen regional den Händlern in der schwierigen Zeit und bei notwendigen und gewünschten Schritten in die digitale Welt kompetent zur Seite. Auch das NRW-Förderprogramm „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“ des MWIDE ist von den Händlern ausgezeichnet angenommen worden. Alleine hierzu fanden ca. 500 Beratungsgespräche statt. Mit Hilfe der Förderung sollen Händler ihre Wege in die Digitalisierung leichter begehen können.

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Eine Sache des Miteinanders – Die Landesdelegiertenversammlung des HV NRW 2019 vom 17.9.2019

Die diesjährige Landesdelegiertenversammlung des Handelsverbandes NRW stand ganz unter dem Motto des Austauschs. Bewusst wurden protokollarischer Teil und Programmpunkte in diesem Jahr kurz angesetzt, um den Dialog untereinander und miteinander zu fördern. Damit richtete sich das Präsidium nach dem Wunsch des Plenums aus dem vergangenen Jahr.

Im Regularienteil standen einige Wahlen auf der Tagesordnung: Zunächst ging es um die Hinzuwahl von Mitgliedern für das Präsidium: Friedrich Danne (Arnsberg) und Stefan Grubendorfer (Dortmund) wurden einstimmig gewählt. Ebenfalls hinzugewählt wurden gleich vier Mitglieder zum Sozialpolitischen Beirat (Tarifkommission): Georg Kehrbaum (Köln), Tanja Landmesser (Hamburg), Dr. Johannes Mans (Köln) und Christian Stubbe (Hofheim-Wallau). Zu guter Letzt wurden noch die Delegierten für die HDE-Delegiertenversammlung, am 20. November in Berlin, gewählt.

In der offenen Diskussionsrunde wurde angeregt über die Themen Digitalisierung, Erreichbarkeit und natürlich Ladenöffnung gesprochen. Die intensive Debatte drehte sich insbesondere darum, wie man den Einzelhandel fit für die Zukunft machen könne. Das allen gemeinsame Ziel fasste Dr. Peter Achten (Hauptgeschäftsführer Handelsverband NRW) zusammen: „dass die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel auf allen Ebenen verbessert werden müssen“. Einig war man sich darüber, dass eine solche Aufgabe der Handel nicht alleine lösen könne, vielmehr müssten Städte, Händler, Handelsverband – eben alle Beteiligten – gemeinsam an einer jeweils passenden und zukunftsfähigen Lösung arbeiten. Es sei „eine Sache des Miteinanders“.

Leidenschaftlich diskutiert wurde, wie die Belange vorrangig des inhabergeführten Einzelhandels gemeinsam von Regionalverbänden, Landesverband und HDE stärker in das Bewusstsein von Öffentlichkeit und Politik gerückt werden könnten. Präsident Michael Radau versprach das Thema mit in die nächste Vorstandssitzung des HDE einzubringen. Radau: „Mehr Wahrnehmung und mehr Öffentlichkeit herstellen für die Themen, die brennen!“

Als Überraschungsgast trat im Anschluss Poetry-Slammer Bernard Hoffmeister auf. In seinem Text „Der Kunde und das moderne Einkaufen: Eine Geschichte zwischen Genie und Wahnsinn“ referierte er pointiert und humoristisch über seine Erfahrungen im Einzelhandel. Traf dabei Kunden- und Händlersicht gleichermaßen genau und stellte die teils schizophrenen Situationen heraus, die es zu hinterfragen gelte.

Beim anschließenden Get-together im schönen Hinterhof des Düsseldorfer Haus des Handels gingen die Gespräche noch eine ganze Weile weiter.

Landesdelegiertenversammlung des NRW-Einzelhandels: Gemeinsamer Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr

Rund 60 Delegierte der nordrhein-westfälischen Handelsverbände kamen am gestrigen Dienstag, den 18.9.2018 zur Jahresdelegiertenversammlung in den Räumlichkeiten der DZ-Bank am Düsseldorfer Hauptbahnhof zusammen. Michael Radau, Präsident des Handelsverbandes NRW, blickte in seiner Rede u.a. auf das erste Jahr der neuen Landesregierung zurück.

Begrüßt wurden die Delegierten von Herrn Möllenbur, getagt wurde in der DZ Bank in Düsseldorf

Für den Handelsverband NRW war ein Themenschwerpunkt des vergangenen Jahres die Begleitung des Gesetzgebungsverfahrens für die Reform des Ladenöffnungsgesetzes. Ziel war es, eine vereinfachte und rechtssichere Genehmigungspraxis für verkaufsoffene Sonntage zu gestalten. Radau und alle Beteiligten waren erfreut über die rasche und hohe Positionierung des Themas in der politischen Agenda, zeigten sich aber dennoch enttäuscht über die gegenwärtige Situation: Den Kommunen würden weiterhin sehr hohe Darlegungs- und Beweislasten bei der Antragstellung für verkaufsoffene Sonntage auferlegt. Neu eingeführte Sachgründe hätten sich als schwierig erwiesen und seien oftmals von den Verwaltungsgerichten kassiert worden. Radau: „Wir brauchen hier weitere Hilfestellung, damit das, was der Wille des Landesgesetzgebers war, auch in der praktischen Antrags- und Genehmigungspraxis erkennbar wird.“
Studien belegen, dass die Wochenenden inzwischen online wie stationär Haupteinkaufszeiten sind. Mit gelegentlichen verkaufsoffenen Sonntagen bekommen die Händler ein gemeinschaftliches Marketing-Instrument in die Hand, um sich in Zeiten wandelnder Konsumentenbedürfnisse am Markt zu behaupten.

Herr Professor Rürup bei seinem Vortrag

Viel Nervosität und Arbeit hatte im Mai das Inkrafttreten der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung hervorgerufen. Der Handelsverband NRW hat hier viel Informationsarbeit geleistet, Veranstaltungen durchgeführt, Checklisten bereitgestellt und Kooperationspartner für die betriebsinterne Unterstützung bereitgestellt.

Gesamtwirtschaftlich erlebe der Einzelhandel das neunte Wachstumsjahr in Folge. Ein wesentlicher Teil dieses Wachstums entfalle auf den Onlinehandel, während es vielen rein stationären Einzelhändlern häufig nicht gelungen sei, die Umsätze stabil zu halten. „Umso wichtiger ist es,“ betont Radau: „dass wir aktiv miteinander im Austausch bleiben und neue Marktteilnehmer unserer Branche in unseren Verband aufnehmen. Dies ist nach wie vor ein guter Weg, um den Austausch untereinander zu intensivieren und voneinander zu lernen!“

Herr Minister Pinkwart stellte sich den Fragen der Delegierten

Prominente Gäste waren Professor Dr. Dr. h.c. Bert Rürup vom Handelsblatt Research Institut, der die Delegierten mit einem interessanten Vortrag zum Thema „Weltwirtschaft – die neue Unsicherheit“ fesselte sowie der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart, der den Delegierten zum Thema „Wirtschaftspolitische Bilanz des ersten Regierungsjahres“ der neuen Landesregierung Rede und Antwort stand.

Die Landesdelegiertenversammlung ist das oberste Organ und „Parlament“ des Handelsverbandes NRW. Sie setzt sich u.a. aus dem Präsidium des Handelsverbandes NRW, den Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Regionalverbände sowie den Delegierten der Regionalverbände zusammen. Die Landesdelegierten repräsentieren damit den Einzelhandel in NRW in seiner kompletten Bandbreite.

Pressemitteilung zur Landesdelegiertenversammlung 2018